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1965 gingen die Psychologen Robert Rosenthal und Leonore Jacobsen in zwei amerikanische Grundschulen und täuschten einen wissenschaftlichen Test vor. Rund 20% der Schülerinnen und Schüler stünden kurz vor einem intellektuellen Entwicklungsschub, und diese sollten nun durch diesen wissenschaftlichen Test ermittelt werden. In Wahrheit wurden aber nach einem Zufallsprinzip 20% der Kinder auserwählt, so dass die Lehrer nun bei einigen Kindern davon ausgingen, dass diese kurz vor ihrem intellektuellen Entwicklungsschub stünden und der IQ in den nächsten Monaten ansteigen würde. Dieser Unterschied zwischen den „Aufblühern“ und den „normalen“ Kindern existierte jedoch nur in den Köpfen der Lehrerinnen und Lehrer.

Und was passierte mit dem IQ der Kinder in den nächsten Monaten?

Etwas erstauliches geschah: 45% der ausgewählten Kinder konnten innerhalb eines Jahres ihren Intelligenzquotienten (IQ) um 20 oder mehr Punkte steigern! Wenn man nun bedenkt, dass ein Kind mit einem IQ von 100 als „normal intelligent“ und ein Kind mit einem IQ > 130 als hochbegabt gilt, kann man über das Ergebnis dieses Experiments nur staunen. Bei gutaussehenden Schülern war die Steigerung des IQ besonders hoch…

Dieser Effekt ist als Rosenthal-Effekt oder Pygmalion-Effekt in die Geschichte eingegangen.

Was passiert wohl, wenn der Rosenthal-Effekt mit dem Halo-Effekt kombiniert wird? Gedankenspiel: Ein gutaussehender, höflicher Schüler trifft auf einen Lehrer, der auf Anhieb einen sehr positiven Eindruck von dem Jungen hat. Weitere positive Eigenschaften wie zum Beispiel Fleiß und Intelligenz werden dem Schüler unbewusst zugewiesen. Soweit zum Halo-Effekt. Nun befindet sich dieser Lehrer in einer ganz ähnlichen Situation, wie die Lehrer/innen der beiden Grundschulen, in denen Rosenthal und Jacobsen ihr Experiment durchführten.

Behandelt man einen Menschen, den man für fleißig und intelligent hält genauso wie einen Menschen, den man für faul und wenig intelligent hält? Natürlich nicht, und die vielen Kleinigkeiten wie Stärke von Lob und Tadel, Leistungsanforderungen und andere unterbewußt gesendete Signale sind es wohl, die dazu führen, dass sich die Erwartungen der Lehrer schließlich erfüllen.

Also Kids, macht Euren Lehrerinnen und Lehren plausibel, dass ihr fleißig, intelligent und leistungsbereit seid, dann sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn nicht die schlechtesten 🙂

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