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Bevor ich zu Phineas Taylor Barnum komme, möchte ich einen merkwürdigen Sachverhalt vorstellen: Menschen, die sich für Psychologie interessieren, sind sich wohl sehr ähnlich, so dass man von Dir ein Persönlichkeitsprofil erstellen kann, nur weil Du diesen Blog liest. Blödsinn? Dann schau Dir den folgenden Absatz mal an.

„Du brauchst die Zuneigung und Bewunderung anderer, dabei neigst Du zu Selbstkritik. Zwar hat Deine Persönlichkeit einige Schwächen, doch kannst Du diese im allgemeinen ausgleichen. Du hast beträchtliche Fähigkeiten, die brachliegen, statt dass Du sie zu Deinem Vorteil nutzt. Äußerlich diszipliniert und kontrolliert, fühlst Du Dich innerlich ängstlich und unsicher. Mitunter zweifelst Du ernstlich an der Richtigkeit Deines Tuns und Deiner Entscheidungen. Du bevorzugst ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung, und Du bist unzufrieden, wenn Du von Verboten und Beschränkungen eingeengt wirst. Du bist stolz auf Dein unabhängiges Denken und nimmst anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Doch erachtest Du es als unklug, Dich anderen zu freimütig zu öffnen. Manchmal verhälst Du Dich extrovertiert, leutselig und aufgeschlossen, manchmal auch introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Deine Wünsche scheinen mitunter eher unrealistisch.“

Und, passt diese Persönlichkeitsbeschreibung gut zu Dir? Ist das Voodoo? Ach Quatsch 🙂

Als dieser Text 1948 den Studenten, bzw. den Versuchspersonen eines psychologischen Experiments vorgelegt wurde, sollten diese entscheiden, wie gut die Beschreibung auf sie passt. Die Wahrheitsskala ging dabei von 0 bis 5 (0=trifft gar nicht zu bis 5=trifft sehr gut zu). Was denkst Du, wo der Mittelwert der Antworten sich eingependelt hat? Bei sagenhaften 4,26 Punkten. Der Text wurde in den darauf folgenden Jahren sehr vielen weiteren Probanden vorgelegt und der Wert pendelte sich immer bei 4 ein…

Aber woher kommt dieser Zaubertext?

Der amerikanische Psychologe Bertram R. Forer hat diesen Text aus den Horoskopen in einer Zeitschrift zusammengestellt. Forer macht sich bei diesem Experiment die Neigung des Menschen, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person als zutreffende Beschreibung zu akzeptieren, zunutze. Diese Neigung hat Forer mit seinen Testreihen nachzuweisen versucht und aus diesem Grund spricht man heute von dem sogenannten Forer-Effekt.

Und was ist mit Phineas Taylor Barnum?

Das war ein Zirkusgründer, der ein Kuriositätenkabinett unterhielt (American Museum), das jedem Geschmack etwas bieten konnte. („a little something for everybody„). Dies wiederum hat den Psychologieprofessor Paul Everett Meehl dazu veranlasst den Forer-Effekt Barnum-Effekt zu nennen.

Heute ist der Effekt und den Bezeichnungen Forer-Effekt, Barnum-Effekt sowie „Täuschung durch persönliche Validierung“ bekannt.

Quelle: Wikipedia

Viel Spaß mit dem nächsten Horoskop, das Dir in die Hände fällt 😉

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