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Was ist die Wahrheit? Das, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, werden viele denken. Aber wie vertrauenswürdig ist unser Wahrnehmungsapparat tatsächlich? Da wären zunächst unsere Sinne: sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken – aber auch die Wahrnehmung von Temperatur, Schmerz und die Arbeit unseres Gleichgewichtsorgans müssen in diesem Zusammenhang genannt werden.

Der erste Schritt in der Wahrnehmung ist die Aktivierung eines Sinnessensors, zum Beispiel, indem Licht in das Auge oder Schall in das Ohr dringt. Aber nun? Je nach Sinnesorgan passieren jetzt im Detail ganz unterschiedliche Dinge. So werden auf der Netzhaut die sog. Zapfen und Stäbchen aktiviert, in der Cochlea (im Ohr) reagieren kleine Härchen und reizen dadurch Neurone, was zu einem Klang- oder Geräuscherlebnis führt, und auch in der Haut haben wir wichtige Sensoren, die zum Beispiel auf Temperatur oder Druck reagieren. Zudem gibt es noch die Nozizeptoren, die für das Schmerzempfinden wichtig sind.

Wird ein Reiz von einem unserer Sinne erfasst führt dies zu einer neuronalen Erregung, d.h. das sogenannte Aktionspotenzial wird in den Neuronen ausgelöst und weitergeleitet. Diese elektrischen Impluse werden über afferente Nervenfasern über das Rückenmark an das Gehirn geschickt, wo die Verarbeitung stattfindet.

Eine zentrale Frage der Wahrnehmungsforschung lautet: Wie kommt die Welt in unseren Kopf? Denn wir nehmen ja nicht den Schalldruck wahr, sondern das Geräusch oder das Lied. Und wir nehmen auch nicht die Lichtenergie wahr, sondern die Welt um uns herum!

In der Fachsprache wird dieser Ablauf als sensorisch-perzeptiver-Prozess bezeichnet, der bis heute nicht lückenlos beschrieben werden kann. Was die Sensoren tun, läßt sich gut erforschen und welche Perzepte entstehen, d.h. wie die Welt in unserem Kopf ist, kann jeder von uns beschreiben. Aber: zwischen der Schallwelle und den guten Gefühlen, die sich einstellen, wenn wir den Sommerhit 2012 hören, ist irgendetwas, an dessen Erforschung viele Menschen arbeiten. So etwas wie eine Black-Box…

Dass das Thema Wahrnehmung im Sinne von „Hab ich mit eigenen Augen  gesehen. So ist es halt!„, gar nicht so einfach ist, zeigen verschiedene psychologische Effekte, wie zum Beispiel die Veränderungsblindheit (Change Blindness).

Schaut Euch dazu einfach das folgende Video an und versucht herauszufinden, was sich in der gezeigten Szene verändert. Das Rätsel wird im Video aufgelöst 🙂

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