Die Frage hinter dem Titel dieses Artikels ist diese: Warum stellen Lebewesen einen als unangenehm empfunden Zustand nicht ab, obwohl dies – von außen betrachtet – durchaus möglich wäre?

Warum verläßt sie ihn nicht, obwohl er sie jetzt zum dritten Mal betrogen hat? Warum lässt das Kind „das alles“ mit sich machen und sucht sich nicht einfach andere Freunde? Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen sich Außenstehende fragen, warum ein Mensch nicht einfach etwas ändert.

Eine Antwort auf diese Frage lieferte 1967 der Psychologe Martin Seligman mit seiner Theorie der erlernten Hilflosigkeit. Die Art, wie Seligman zu seiner Theorie kam, werden Tierfreunde abscheulich finden, denn er gab Hunden Stromstöße und beobachtete ihr Verhalten, um zu seinen Rückschlüssen zu gelangen. Aber eins nach dem anderen.

Die erlernte Hilflosigkeit entsteht nach Seligman dadurch, dass Menschen erlebt haben, dass ihr Handeln nichts bewirkt. In den extremsten Fällen sind dies tragische Umstände wie Kriege, Obdachlosigkeit oder Hungersnöte. Allerdings funktioniert der Mechanismus auch in weniger dramatischen Lebensumständen. Das Lebewesen hat durch seine Erfahrung gelernt, dass es nichts nützt, zu reagiern, weil dies ohnehin nichts ändert. Dieses erworbene „Wissen“ führt letzlich dazu, dass dieses Lebewesen auch dann nichts ändert, wenn es dazu in der Lage wäre, was dann zu dem genannten Unverständnis Dritter führt.

Das Experiment

Wie schon erwähnt gab Martin Seligman Hunden Elektroschocks. Hierbei teilte er die Hunde in drei Gruppen:

Gruppe 1: Diese Hunde bekamen Elektroschocks, konnten aber durch bestimmte Reaktionen verhindern, dass es dazu kam.

Gruppe 2: Die Hunde aus dieser Gruppe bekamen exakt zum selben Zeitpunkt wie die Hunde aus Gruppe 1 die Elektroschocks, hatten aber keine Möglichkeit, dies abzustellen – ganz egal, wie sie reagierten.

Gruppe3: Diese Hunde bekamen keine Elektroschocks, alles andere war gleich.

Was die Hunde aus der zweite Gruppe erfahren hatten, war, dass sie nichts gegen die Schocks ausrichten konnte. Dies führt dazu, dass sie später die Elektroschocks lethargisch über sich ergehen ließen, auch als sie die Möglichkeit hatten, dies durch entsprechendes Verhalten zu verhindern. Sie hatten gelernt, dass sie hilflos waren.

Vertiefende Informationen findet Ihr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Seligman

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