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Die Erklärung zuerst: Aus einem wiederholten Kontakt mit einer Person, einer Situation oder ganz allgemein mit einem Reiz entsteht ein Gefühl der Vertrautheit. Dieses Gefühl scheint für uns Menschen als Hinweisreiz dafür zu dienen, dass wir der Person, der Situation oder dem Reiz gegenüber positiv eingestellt sind. Andernfalls hätten wir es ja schon längst gemieden… Bei diesem Bewertungsprozess handelt es sich allerdings nicht um einen rationalen Denkprozess.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Person ihre Beliebtheit durch bloße Anwesenheit steigern kann. Oder dass ein beliebiger Ton positive Gefühle auslöst, nur weil er vorher relativ häufig zu hören war. Klingt zwar komisch, aber genau solche Experimente wurden durchgeführt, um den sog. Mere-Exposure-Effekt, von dem dieser Artikel handelt, zu untersuchen.

PersonMoreland und Beach führten 1992 ein Experiment durch, in dem es genau um diese Fragestellungen ging: Helfer des Versuchsleiters nahmen an bis zu 15 Terminen eines Hochschulseminars teil, und anschließend wurde die Attraktivität ihrer Persönlichkeit von den übrigen Seminarteilnehmern bewertet. Dabei wurde ein linearer Zusammenhang zwischen Anzahl der Teilnahmen und der Sympathie festgestellt! Natürlich gibt es hierbei eine wichtige Voraussetzung: Der erste Eindruck darf nicht negativ sein, denn dann entwickelt es sich in die andere, eher unerwünschte Richtung. Allerdings genügt es, wenn der erste Eindruck neutral ist, er darf nur nicht negativ sein.

Interessanter Weise kann der Stresspegel bei Küken mit einem bestimmten Ton gesenkt werden, wenn zuvor das Hühnerei mit genau diesem Ton einige Male beschallt wurde. Dies zeigt, dass nicht nur wir Menschen uns selbst an der Nase herumführen 😉

Der Entdecker: Dieser „Effekt des bloßen Kontakts“ bzw. „Mere-Exposure-Effekt“ wurde 1968 von Robert Zajonc entdeckt. Der Effekt tritt auch bei unterschwelliger Wahrnehmung auf, das bedeutet, dass der Reiz nicht bewusst wahrgenommen werden muss.

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